Die Abgeltungssteuer beim Handel über BANX

Kapitalertragsteuer für österreichische Anleger

Der österreichische Fiskus besteuert Erträge aus der Überlassung von Kapital sowie Kursgewinne von Kapitalvermögen oder Derivaten grundsätzlich seit 2016 mit 27,5 %. Dabei unterscheidet der Gesetzgeber folgende drei Arten von Kapitalerträgen:

Einkünfte aus der Überlassung von Kapital

Darunter fallen Dividenden und dividendenähnliche Erträge, Zinsen und weitere Erträge aus Kapitalforderungen jeder Art oder auch Gewinnanteile an einem Unternehmen als stiller Gesellschafter. Weiters ist bei diesem Tatbestand die Behandlung einer möglichen Quellensteuer besonders zu beachten.

Einkünfte aus realisierten Wertsteigerungen von Kapitalvermögen:

Dieser Tatbestand betrifft die Veräußerung, Einlösung oder sonstige Abschichtungen von Kapitalvermögen. Als Privat-Anleger bei BANX Broker betrifft dies vor allem die Besteuerung von Kursgewinnen, konkret sind damit aber neben Aktien, Anleihen, Anteilscheine an Investment- und Immobilienfonds aber auch GmbH-Anteile oder Anteile an Genossenschaften gemeint. Die Bemessungsgrundlage der Kapitalertragsteuer wird hierbei aus der Differenz zwischen dem Veräußerungserlös des Wertpapiers und dessen Anschaffungskosten gebildet.

Einkünfte aus Derivaten

In diesem dritten Unter-Tatbestand regelt der Fiskus die Besteuerung der wichtigsten Derivatgeschäfte. Vor allem Termingeschäfte wie z.B.: Optionen, Futures oder Forwards aber auch derivative Finanzinstrumente, insbesondere Zertifikate, werden damit angesprochen. Der Gesetzgeber unterscheidet dabei nicht die Underlying der Derivate. Es ist also gleich ob sich ein Derivat um Finanzprodukte, Rohstoffe oder sonstige Wirtschaftsgüter dreht.

Meldung und Abführung der Kapitalertragsteuer in Österreich

Ein österreichischer Staatsbürger mit einem ausländischen Depot muss seine Kapitaleinkünfte jährlich selbst erklären. Dies geschieht im Rahmen der jährlichen Steuererklärung. Am einfachsten ist eine Steuererklärung über FinanzOnline selbst zu erstellen. Einen Überblick über FinanzOnline erhalten Sie hier.

Kapitalerträge werden dabei im Unterformular E1kv gesondert behandelt. Das Formular E1kv dient als Unterformular zur übergeordneten, betrieblichen Veranlagung (Formular E1). Das Formular E1 ist jedoch nicht ohne weiteres erhältlich.

Aus diesem Grund muss der Handel mit Wertpapieren dem Finanzamt bereits ab der Eröffnung eines ausländischen Depots gemeldet werden. Zu diesem Zweck ist ein ausgefülltes Verf24-Formular an das zuständige Finanzamt (die Zuständigkeit hängt vom Wohnsitz ab) zu übermitteln, was ebenfalls über FinanzOnline unkompliziert möglich ist.

Die Kapitalertragsteuer wird auf eine mögliche Steuerschuld aus der Einkommensteuer addiert und ist zumeist ein Monat nach Eingang des Steuerbescheides fällig.

Behandlung von Kursgewinnen des „Altbestandes“ und des „Neubestandes“

Durch das Budgetbegleitgesetz 2011 (BBG 2011) wurde der Handel mit Wertpapieren für österreichische Staatsbürger steuerlich neu geordnet. Aus diesem Grund hat sich für Anleger, welche bereits vor dem BBG 2011 mit Wertpapieren gehandelt haben drastische Änderungen ergeben. Während bis dahin bloß Früchte aus der Überlassung von Kapital, also Dividenden, Zinsen, etc. zu versteuern waren, konnten sonstige Wertpapiere und Derivate nach einer einjährigen Behalte Frist steuerfrei veräußert werden. Durch die Änderungen werden nun Wertpapiere nach dem Datum ihres Kaufes geordnet.

Altbestand

Kursgewinne, also die Differenz zwischen dem Verkaufswert eines Wertpapiers und seiner Anschaffungskosten, sind in Österreich mit einem Steuersatz von 27,5% zu versteuern. Da die Kursgewinnsteuer in dieser Form jedoch erst mit dem Budgetbegleitgesetz 2011 eingeführt wurde ergibt sich nun eine differenzierte Bewertung von Wertpapieren – je nach dem Datum Ihrer Anschaffung. Aktien und Fondsanteile, welche bis zum 31.12.2010 angeschafft wurden sowie Derivate und Anleihen, welche bis zum 31.03.2012 gekauft wurden gehören zum sogenannten „Altbestand“ und unterliegen deshalb nicht der Kursgewinnbesteuerung. Der Verkauf solcher Wertpapiere ist nach dem Ablaufen einer einjährigen Spekulationsfrist (welche für diese Wertpapiere spätestens am 31.03.2013 abgelaufen ist) steuerfrei.

Unentgeltlicher Depotübertrag auf einen anderen Steuerpflichtigen

Genauso wie die beiden zuvor gegangenen Tatbestände ist auch der unentgeltliche Depotübertrag – von einer Realisierungsfiktion betroffen. „Unentgeltlich“ heißt dabei, dass der Übertrag von einem Steuerpflichtigen zu einem anderen ohne Gegenleistung erfolgt, also „geschenkt“ wird. Doch wiederum gibt es Ausnahmebestimmungen durch welche eine Realisierungsfiktion nicht ausgelöst wird:

Unentgeltlicher Depotübertragung im Ausland bzw. vom Ausland ins Inland

Die Realisierungsfiktion bei der Übertragung wird nicht ausgelöst, wenn das Portfolio auf ein Depot einer ausländischen oder einer inländischen Stelle unentgeltlich übertragen wird und der Zuwendende (der „Schenker“) dem zuständigen Finanzamt innerhalb eines Monats der Übertragung die übertragenen Wirtschaftsgüter, deren Anschaffungswert sowie die übernehmende Stelle und den neuen Besitzer mitteilt. Grundsätzlich betrifft die Meldepflicht den ursprünglichen Eigentümer. In einem Todesfall und einer folgenden Erbschaft fällt die Meldepflicht jedoch dem Rechtsnachfolger zu.

Unentgeltlicher Depotübertragung im Inland bzw. vom Inland ins Ausland

In diesem Fall wird eine Ausnahme von der Realisierungsfiktion vorgesehen, wenn bei einer unentgeltlichen Depotübertragung von einer inländischen Stelle auf das Depot eines anderen Steuerpflichtigen an einer inländischen oder ausländischen Stelle die Unentgeltlichkeit nachgewiesen wird. Zum Nachweis der Unentgeltlichkeit nennt der Gesetzgeber einen Notariatsakt, einen Einantwortungsbeschluss oder eine Schenkungsmeldung lt. §121a BAO.

Sollte kein Nachweis über eine Unentgeltlichkeit erfolgen, so kann die Realisierungsfiktion trotzdem unterdrückt werden. Dazu muss der Steuerpflichtige wiederum die übertragende depotführende Stelle anweisen dem zuständigen Finanzamt innerhalb eines Monats nach Depotübertrag seinen Namen und seine Steuer- oder Sozialversicherungsnummer, die übertragenen Wirtschaftsgüter, deren Anschaffungskosten und gegebenenfalls die neue depotführende Stelle zu nennen.

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